Review: Kenya Airways Pride Lounge - Flughafen Nairobi
- Tim
- 14. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Nach meinem Flug mit Kenya Airways in der 787 Business Class hatte ich einige Stunden Zeit, bis zu meinem Weiterflug nach Dubai. Dabei hatte ich die Gelegenheit, die Pride Lounge von Kenya Airways zu besuchen. Die Lounge gilt als das Flaggschiff unter den beiden Lounges der Airline und befindet sich, wie auch die kleinere Simba Lounge, im Terminal 1A. Die Pride Lounge wurde kürzlich umfassend renoviert und hebt sich bereits optisch deutlich vom sonst eher nüchternen Stil des Flughafens ab. Ob die Lounge auch in puncto Komfort, Ausstattung und Kulinarik überzeugen kann, erfahrt ihr in diesem ausführlichen Review.

Inhaltsverzeichnis
1. Intro
5. Fazit
2. Lage & Zugang
Die Pride Lounge liegt im Terminal 1A, in unmittelbarer Nähe von Gate 17, und befindet sich ein Stockwerk oberhalb der regulären Abflughalle. Der Zugang erfolgt entweder über eine Treppe oder bequem mit dem Aufzug. Wer aus einem Gatebereich mit niedrigen Nummern kommt – wie ich in meinem Fall aus der Turkish Airlines Lounge – muss erneut durch eine zentrale Sicherheitskontrolle gehen, um in den Bereich mit den höheren Gate-Nummern zu gelangen. Das kann etwas verwirrend sein, ist aber gut ausgeschildert und dauert nicht lange.

Die Lounge ist täglich von 5 Uhr morgens bis Mitternacht geöffnet. Zutritt erhalten Business-Class-Passagiere von Kenya Airways und anderen SkyTeam-Airlines sowie SkyTeam Elite Plus Mitglieder. Darüber hinaus haben auch Premium-Gäste ausgewählter Partner-Airlines wie Air Mauritius, Precision Air und RwandAir Zugang. Der Check-in an der Lounge verlief in meinem Fall völlig reibungslos: Ich legte einfach mein Kenya Airways Business Class Ticket vor und wurde freundlich hereingebeten.
3. Ausstattung + W-LAN
Was sofort positiv auffällt, ist das moderne, luftige Design der Lounge. Die Einrichtung ist stilvoll, mit vielen natürlichen Farben, hochwertigen Materialien und einer angenehmen Beleuchtung. Besonders gut gefallen hat mir das Designkonzept, das sich an Themen wie Natur und Reiselust orientiert – eine willkommene Abwechslung zu den oftmals rein funktionalen Lounges vieler anderer Flughäfen.
Die Lounge ist großzügig angelegt und in mehrere Zonen unterteilt. Direkt hinter dem Eingang befindet sich ein klassischer Loungebereich mit bequemen Sesseln, der zum Verweilen einlädt. Im weiteren Verlauf folgt ein Bereich mit kleinen Tischgruppen, der sich gut für Gespräche oder mobiles Arbeiten eignet. Dahinter liegt ein separater Essbereich mit Tischen für jeweils zwei Gäste, an denen man in etwas ruhigerer Atmosphäre essen kann. Besonders angenehm empfand ich auch die ruhigen Sitzbereiche im hinteren Teil der Lounge, die etwas abgeschirmt liegen. Eine separate Ruhezone mit Liegesesseln steht ebenfalls zur Verfügung, allerdings war diese bei meinem Besuch komplett belegt, sodass ich dort keine Fotos machen konnte.
Die Lounge bietet außerdem zwei Duschen, die sich in den jeweiligen WCs befinden. Aufgrund des hohen Passagieraufkommens war es jedoch nicht möglich, diese zu fotografieren. Das kostenfreie WLAN funktionierte während meines gesamten Aufenthalts einwandfrei. Die Verbindung war stabil und ausreichend schnell zum Arbeiten oder Streamen. Steckdosen befinden sich an nahezu allen Sitzplätzen, sodass auch längere Aufenthalte kein Problem darstellen.
4. Speisen und Getränke
Während das Design und die Ausstattung der Lounge mich wirklich beeindruckt haben, fiel das kulinarische Angebot leider deutlich ab. Für eine internationale Flagship-Lounge war die Auswahl an Speisen und Getränken eher enttäuschend.
Am kalten Buffet standen lediglich eine kleine Auswahl an Salaten und Obstvariationen zur Verfügung. Die warmen Speisen bestanden aus fünf Gerichten, darunter verschiedene Reisgerichte, Hähnchen, Gemüse und eine Art Eintopf. Geschmacklich war alles in Ordnung, aber die Vielfalt und Präsentation ließen zu wünschen übrig. Wer häufig in internationalen Lounges unterwegs ist, wird dieses Angebot eher als unterdurchschnittlich empfinden.
Auch bei den Getränken zeigte sich ein ähnliches Bild. Neben einem klassischen Softdrink-Automaten standen lediglich drei verschiedene Spirituosen sowie Bier und eine Auswahl einfacher Weine zur Verfügung. Eine Siebträgermaschine für Espresso war zwar vorhanden, wurde jedoch während meines Besuchs nicht bedient, sodass es nur Selbstbedienung bei Filterkaffee und Tee gab.
Ich war zur Mittagszeit in der Lounge, also außerhalb der typischen Abflugzeiten für viele Langstreckenflüge. Es ist durchaus möglich, dass das Angebot am Abend – vor Abflügen nach Europa oder New York – etwas reichhaltiger ausfällt. Dennoch hätte ich mir hier, gerade in einer renovierten Premium-Lounge, ein durchgehend höheres Niveau gewünscht.
5. Fazit
Die Kenya Airways Pride Lounge ist ein stilvoller Rückzugsort am Flughafen von Nairobi und hebt sich besonders durch ihr modernes Design und die angenehm aufgeteilten Sitzbereiche von vielen afrikanischen Lounges ab. Die Gestaltung ist durchdacht und vermittelt eine gewisse Ruhe, die man als Reisender sehr zu schätzen weiß – besonders bei längeren Aufenthalten oder Transitzeiten.
Weniger überzeugend ist jedoch das gastronomische Angebot. Sowohl Auswahl als auch Qualität der Speisen und Getränke bleiben hinter dem zurück, was man in einer internationalen Premium-Lounge erwarten würde – vor allem im Vergleich zur benachbarten Turkish Airlines Lounge im selben Terminal.
★★★★☆ Unser Fazit: 4 von 5 Sternen
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